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Eigenbetrieb der
Stadt Koblenz
Grünflächen- und
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Spielspaß und Hochwasserschutz vereint

Freiherr-von-Stein-Grundschule bekommt Schulhof mit Versickerung und Überflutungsflächen

Wasser spielte bei der Planung des neuen Schulhofs der Grundschule Freiherr von Stein eine wichtige Rolle. Denn das neue Schulgebäude und auch die Freifläche dahinter befinden sich auf einer Überflutungsfläche. Bei Starkregenereignissen und bei Hochwasser, wenn die Mosel über die Ufer tritt, soll sich hier das Wasser sammeln und versickern. Damit dies trotz des Schulneubaus auch in Zukunft noch möglich ist, setzt die Planung des Außengeländes auf sogenannte Retentionsflächen. Durch Geländemodellierung wurden Bereiche wie Mulden und tiefergelegene Spiel- und Aufenthaltsbereiche geschaffen, wo sich Wasser bei Überschwemmung und Starkregen stauen und versickern kann. Zudem ließ der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen im Boden unter dem tiefergelegten Spielfeld sogenannte Rigolen einbauen. Das sind Behälter, die große Mengen Niederschlagswasser aufnehmen und langsam versickern lassen, um die Kanalisation zu entlasten. So wurde insgesamt 1.100 m³ Retentionsraum geschaffen, also ein Bereich, der 1,1 Millionen Liter Wasser aufnehmen kann, um Überschwemmungen zu verhindern. Zum Vergleich: Alle Becken im Koblenzer Moselbad fassen zusammen 1.700 m³ Wasser.

Eingebaut in eine Umgebung mit altem Strauch- und Baumbestand ist ein naturnaher Schulhof auf 4.000 Quadratmetern mit sehr abwechslungsreichem Angebot entstanden. So wurde ein angrenzendes Wäldchen in das Gesamtkonzept integriert. 26 Bäume und 210 Sträucher ließ der Eigenbetrieb neu pflanzen. So spenden am Eingang drei Ulmen in Schirmform Schatten. Auch drei Urwelt-Mammutbäume, die gut mit dem feuchten Untergrund zurechtkommen, wurden gepflanzt. Hinzu kamen 1.600 Stauden und Gräser. Als Spielangebote stehen den Grundschülern unter anderem eine Hangrutsche direkt am Gebäude sowie im hinteren Bereich eine Zweiturm-Kletteranlage und ein Motorik-Parcours zur Verfügung. Neben dem tiefergelegenen Kleinspielfeld für Fußball, Laufsport und Basketball, das bei Überschwemmung mit Wasser volllaufen kann, können die Kinder in den Pausen zudem fest installierte Trampoline, Tischtennisplatten und Tischkicker nutzen. Ein grünes Klassenzimmer, das sich für Unterricht im Freien anbietet, Bänke und Sitzblöcke sowie Flächen für Außenbestuhlung erweitern den Schulraum.

Anspruch der Freiraumplaner war es, den Kindern barrierefrei viele attraktive Angebote zu machen und zugleich den ökologischen Wert des Schulhofs zu steigern. Deshalb gibt es auf dem neuen Schulhof weniger versiegelte Fläche – er ist also wasserdurchlässiger und zudem mit deutlich mehr Grün bepflanzt. Verbaut wurden 1.000 m² versickerungsfähiger Pflasterbelag. Der gesamte Schulhof entwässert in den Untergrund. Nach fast zwei Jahren Bauzeit kann der Schulhof jetzt vollständig genutzt werden. Die Baukosten für alle Außenanlagen belaufen sich auf rund 1,70 Millionen Euro.

Foto (Stadt Koblenz/Philipp Apostel): Das Multifunktionsspielfeld dient bei Überschwemmung und Starkregen als Wasserrückhalt. Darunter sind sogenannten Rigolen-Füllkörper verbaut, über die das Wasser langsam versickern kann.

Den Schulkindern stehen zahlreiche Spielmöglichkeiten zur Verfügung, untern anderem eine Zweiturm-Kletteranlage und ein Motorikparcours aus Robinienholz. Unter dem Sand ist Kies verbaut, damit Wasser anstauen und versickern kann.

 

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